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Regionale Bedeutung der Unterkirche in Geschichte und Gegenwart

Wer sich mit der überaus reichen und interessanten Geschichte des Ortes (Bad) Frankenhausen, vor allem der ab dem 14. Jahrhundert, näher befasst, wird begreifen, warum diese Stadt (Stadtrechte seit 1219 vor allem aufgrund der Salzgewinnung und als einer der Hauptorte der Schwarzburger) schon vor Jahrhunderten im ganzen Nordthüringer Raum eine hervorgehobene Bedeutung in vielerlei Hinsicht erlangte. Immer wieder stoßen wir dabei auf die Unterkirche als Hauptkirche des Ortes, Residenzkirche der Grafen und der späteren Fürsten (deswegen auch die Größe, Gestaltung und Ausstattung), Hauptkirche der Superintendenten (seit 1552/15554 bis zum heutigen Tage).

Die Unterkirche war nicht nur zentrale Stätte der Bevölkerung in der Stadt und Region, der Grafen, Fürsten und hohen Beamten in kirchlicher Hinsicht. Sondern dies war natürlich immer verbunden mit der Pflege der Kultur, der Bildung, der Wissenschaft und vor allem der Musik (diese auch wegen der hervorragenden Akustik in der Unterkirche).

 

Der Beginn der deutschen Musikfest-Tradition

Einen absoluten musikalischen Höhepunkt in dieser Entwicklung setzte der hiesige Kantor Johann Georg Bischoff. Er organisierte, beginnend im Jahre 1804 und unter der künstlerischen Leitung von Louis Spohr, große Musikfeste. Das Musikfest 1810 mit mehr als 200 Musikern und Sängern, die z.T. von weit her angereist waren, gilt als das erste Musikfest, von dem aus die Musikfest-Tradition in Deutschland ihren Ausgangspunkt nahm. Vor allem diese reiche musikalische Tradition haben die Kirchgemeinde und die Stadt bis heute gepflegt. Zu diesem Zweck werden auch seit 1974 hochwertige Konzerte in der Unterkirche im Rahmen der Frankenhäuser Sommermusiken veranstaltet, die einen regen Zulauf aus der ganzen Region haben.

Die Kirchgemeinde, viele Bürger der Stadt, Künstler und Politiker fühlen sich zur Pflege dieser reichen Tradition auch in der Weise verpflichtet, dass sich die Kirchgemeinde, der Bürgermeister von Bad Frankenhausen, der Landrat des Kyffhäuserkreises, das Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und die Wirtschaftsförderung des Landkreises verbindlich dazu bekannt haben. Ein diesbezügliches Schreiben mit dem Titel „Dauerhaft mehr Musik im Kyffhäuserkreis, denn das ist Thüringen“ wurde vom Intendant des Theaters Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen, dem Regionalbischof und dem Superintendenten unterzeichnet.